10.02.2010 Ausstellungseröffnung, Peter Reichart


Ausstellungseröffnung, Peter Reichart, „Bilder aus vier Jahrzehnten“

anlässlich des 200. Stiftungsfestes der Gesellschaft für Natur- und Heilkunde am 10. 2. 2010

Trotz des eisigen Winters hatten sich gegen 18.00 um die 35 Personen in der Galerie des Kaiserin-Friedrich-Hauses versammelt. Peter Reichart hatte Bilder aus vier Jahrzehnten für diese Ausstellung zusammengestellt und in der Galerie ansprechend gehängt. Frau Dr. Albrecht, Nachfolgerin von Herrn Prof. Hammerstein in der Leitung der Stiftung und des Hauses, eröffnete mit einer kurzen Begrüßung die Vernissage. Im Anschluss stellte Herr Wegener den Künstler vor. Zunächst schilderte Herr Wegener den Werdegang von Peter Reichart –  geboren in Hannover – Studium der Zahnmedizin in München – Assistentenzeit daselbst – Auslandsaufenthalt in Chiangmai, Thailand – Rückkehr nach Hannover zur MHH – Berufung nach Berlin an die FU, Zahn-Mund- und Kieferklinik Nord. Das Malen begann Peter Reichart mit 17-18. Er war lange Zeit Autodidakt. In Berlin aber nahm er Unterricht bei Eva Böddinghaus, ehemalige Schmidt-Rottluff Schülerin (1988-2007). In den letzten Jahren beeinflusste Martin Assig, international bekannter Maler, das malerische Konzept von P. Reichart. Früher – als Schüler bis in die 90iger Jahre – unter dem Eindruck der Expressionisten (K. Schmidt-Rottluff, E.L. Kirchner) entstanden vor allem expressionistische Landschaften. Herr Wegener schilderte die Eigenschaften der Hannoveraner, die für ihn wohl von P. Reichart weitgehend verkörpert werden.

Im Anschluss führte P. Reichart durch die Ausstellung. Das älteste Bild war von 1973 und stellte eine thailändische Landschaft dar („Müang Pai“). Zwei kleinere Bilder (1976) zeigten typische deutsche expressionistische Landschaften. Ein Bild von 2004 („Olympia“) stellte die Umsetzung der olympischen Spiele mit Anspielung auf das Orakel von Olympia dar. Neuere Arbeiten (2009) zeigten den Wandel der Auffassung und des malerischen Schaffens auf. Unter Verwendung von Schrift wurden Begriffe wie „Artensterben“,  „Vogeltod“, „Traurige Tropen“ auf die Leinwand aufgetragen und mit Übermalungen teilweise verdeckt und damit verfremdet. Im Bild „Der Mönch von Tabo“ kam dieses Verfahren besonders deutlich heraus. Reichart erzählte dazu eine Geschichte, die ihn zu diesem Bild angeregt hat. Im Jahre 2005 unternahm er eine Reise in den indischen Himalaja zum Kloster Tabo. Dort traf er am Morgen einen Mönche an der damit beschäftigt war etwa 500 kleine Metallgefäße aus einer Kanne mit Wasser zu füllen. Am Abend bei einem weiteren Besuch war der Mönch dabei die wassergefüllten Gefäße in einen Eimer zu entleeren. Neugierig geworden, fragte er nun den Mönch, was er da mache. Dieser erzählte, dass ihm der Dalai Lama eine Demutsübung aufgegeben hatte: für ein halbes Jahr von morgens bis abends Gefäße mit Wasser zu füllen und wieder zu entleeren!! Der Mönch war um die 50 Jahre alt und hatte Philosophie studiert! Diese Begegnung hinterließ einen tiefen Eindruck bei P. Reichart. Das Bild zeigt in kleiner, weißer Schrift die ständige Wiederholung des Bildtitel: „Der Mönch von Tabo“. Die Schrift liegt über den in gelb-ocker gemalten Wassergefäßen zwischen denen  schattenhaft die Form von Stupen (heilige Pyramiden) zu erkennen sind.

Nach dieser Einführung (die als durchaus notwendig für die Interpretation der Bilder erkannt wurde) kam es zu lebhaften Gesprächen und Diskussionen bei Wein und kleinen Knabbereien.

Ein schöner, gelungener Abend!  

Gäste der Gesellschaft: Dr. Albrecht und Gattin, Dr. Ebel und Gattin, Prof. Jautzke und Gattin, Prof. Müller, Prof. Paeprer und Gattin,  Prof. Reichart und Gattin, Prof. Stockmann und Gattin, Prof. Thimme und Gattin, Prof. Vogel, Dr. Wegener

Herr Grützmacher und Gattin, Herr Dr. Ebhardt und Gattin, Frau Prof. A. Schmidt-Westhausen, PD Strietzel und Gattin, Frau Dr. Herzog, Frau Dr. Schräder, Dr. Kurz und Gattin, Herr Wittmer und Gattin, Herr Doebbecke sowie 3-4 Unbekannte

P. Reichart